Wiesngeschichten

Die Herbstfeste


24 Ausfälle des Oktoberfests wurden seit 1810 registriert, doch bei fünf dieser Ausfälle blieb die Theresienwiese Ende September nicht vollends leer, sondern war Schauplatz der so genannten „Herbstfeste“, die nicht als offizielle Oktoberfeste gezählt werden. Die ersten beiden dieser Herbstfeste fanden 1919 und 1920 statt, die anderen drei von 1946-1948. Wie sich an den Jahreszahlen ersehen lässt, standen die Herbstfeste in direktem Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts.

Die kritischste Phase für das Bestehen des Oktoberfests bildete wohl die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als es kein offizielles bayerisches Königshaus mehr gab und somit der gesellschaftliche Mittelpunkt des Oktoberfests abhanden gekommen war. Doch viele Münchner wollten sich ihr geliebtes Fest nicht nehmen lassen und gründeten kurzerhand den „Verein zur Erhaltung des Oktoberfests“, der maßgeblich daran beteiligt war, dass es erst wieder zu zwei kleinen „Herbstfesten“ und dann wieder zu „richtigen“ Oktoberfesten kam.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es wieder eine Übergangszeit, welche dieses Mal drei Jahre andauerte. In den ersten beiden Jahren gab es nur Dünnbier (Alkoholgehalt von weniger als 2%) und aufgrund eines Verbots durch die amerikanischen Besatzer 1946 nur Wurfbuden anstelle der Schießbuden und 1947 Schießbuden mit Armbrüsten. Erst 1948 wurde wieder Vollbier ausgeschenkt und ab 1949 wurde das Oktoberfest wieder im großen Rahmen abgehalten.

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