Wiesngeschichten

Der olympische Geist auf dem Oktoberfest


Zugegebenermaßen fanden die ersten offiziellen Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen statt. Allerdings gab es bereits vor 1896 im 19. Jahrhundert Zusammenkünfte von Sportlern, die unter dem Namen „Olympische Spiele“ firmierten. Als solche wurden nämlich häufig die Sportfeste tituliert, die bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs zusammen mit dem Oktoberfest veranstaltet wurden.

Bereits ab 1815 kam es in unregelmäßigen Abständen zur Wiesnzeit zu organisierten Wettläufen der Münchner Jugend. 1835 wurde ein richtiges Turnfest durch Bäcker- und Wagnergesellen abgehalten und 1852 gab es Wettkämpfe unter anderem im Ringen, Speerwurf und zu Pferde, zu denen die Athleten in antiker Kleidung antraten.

Die Begeisterung für alles Griechische war im bayerischen Hochadel des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. So änderte beispielsweise König Ludwig I. die Schreibweise seines Königreichs per königlichem Dekret von „Baiern“ in „Bayern“, da ihm dies hellenistischer erschien. Ludwig I. unterstützte mit finanziellen Mitteln auch den griechischen Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich, was keinen unerheblichen Anteil dazu beigetragen haben dürfte, dass 1832 sein Sohn Otto zum König von Griechenland gekrönt wurde (1862 wurde er jedoch mehr oder weniger gewaltsam wieder vertrieben).

Auch heutzutage ist der olympische Geist gewissermaßen noch auf dem Oktoberfest vertreten, denn auch hier gilt wie bei den Olympischen Spielen: Dabei sein ist alles.

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