
Kurfürst Ferdinand Maria hat nach der Geburt des Thronfolgers Maximilian Emanuel seiner Gattin Adelaide im Jahre 1664 dieses weitläufige Sommerschlösschen im Barockstil geschenkt, das dann der Thronfolger selbst, Max Emanuel, realisierte. Durch symmetrische Zubauten, ließ er angetrieben vom ambitionierten Fürsten die Landvilla seiner Mutter durch Hofkünstler aus Frankreich und Flandern zu einer weitläufigen Schlossanlage ausbauen, die dadurch eine Breite von 600m erreichte und eine formale Entsprechung in der Schloßgartenanlage fand.
Im Schloß befinden sich eine Reihe von bedeutenden Sammlungen. Die kunstvolle Inneneinrichtung und die vielbewunderte Schönheitsgalerie von König Ludwig I. verhalfen dem Schloß zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens. Im Schloßmuseum befindet sich das Geburtszimmer König Ludwigs II. sowie der mehrgeschossige Festsaal mit seinem wundervollen Deckenfresko von Johann Baptist Zimmermann.
Der würfelförmige Mittelbau mit Freitreppe von Barelli und Zuccalli (1664 bis 1674) bildet den Ursprung der Anlage. Es folgten die Galerien (1704), die vier übereck gestellten Pavillons (1715), dann der Marstall im Süden und die Orangerie und Kloster im Norden. Zwischen 1729 und 1758 entstand ein Rondell mit je fünf Kavaliersbauten auf beiden Seiten.
Von Besucherinteresse sind auch das Marstallmuseum mit seiner Porzellansammlung, das Museum Mensch und Natur und der nahegelegene Botanische Garten.