
Auch das kleine Geschwisterchen des Radi, das Radieserl, ist Bestandteil unserer allseits beliebten und hochgelobten bayerischen Biergartenschmankerln. Gemäß seiner Gattungszugehörigkeit zu den Rettichen enthält das Radieserl, wie auch der Radi, Senföl, welches einen antibiotischen Effekt hat und für die Schärfe dieser beiden Wurzeln verantwortlich ist. Seinem Dasein als Wurzel verdankt das Radieserl übrigens seinen Namen: „radix“ ist das lateinische Wort für Wurzel. (Und ja, Sie haben vollkommen Recht, natürlich entstammt dieser sprachlichen Wurzel auch das bayerische Wort für Rettich, der „Radi“.)
Radieserl werden stets roh verzehrt; jegliche Versuche das Radieserl zu garen gelten aus kulinarischer Sicht den meisten Köchen als blanke Fehlschläge. Wie die Bayern lässt sich das Radieserl eben nicht verbiegen oder weichkochen, man muss es nehmen, wie es kommt. Gegen eine Prise Salz, welches ihm etwas seiner Schärfe nimmt und es milder stimmt, hat es allerdings nichts einzuwenden.
Der Verzehr von Radieserln darf durchaus als Gesundheit erhaltend betrachtet werden, da es reichlich einige lebensnotwendige Nährstoffe wie Vitamin C, Kalium oder Eisen enthält. Dem in ihm vorkommenden Senföl wird neben der bereits erwähnten antibiotischen sogar eine Krebs vorbeugende Wirkung nachgesagt. Der Verzehr von Radieserln sorgt somit folglich dafür, dass man sie eher spät als früh von unten betrachten muss.