
Keine Speise unserer bayerischen Biergartenschmankerln ist so typisch bayerisch wie der Obatzda. Traditionell besteht original bayerischer Obatzda aus Camembert, Butter, Paprika, Kümmel, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und einem Schuss Weißbier. Dieses Rezept geht auf die Freisinger Wirtin Katharina Eisenreich des dort ansässigen Bräustüberls „Weihenstephaner“ zurück. Sie war die erste, die den Obatzden im Jahre 1920 regulär ihren Gästen zum Verzehr anbot. Spätestens zu diesem Zeitpunkt mauserte sich der Obatzde vom „Arme Leute-Essen“ zur bayerischen Spezialität, die bei einer echten bayerischen Brotzeit unter gar keinen Umständen fehlen darf.
Ursprünglich galt der Obatzde als letzter Verwendungszweck von stark gereiftem Camembert oder Brie. Zusammen mit der Entstehung der bayerischen Biergartenkultur im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Obatzde, der im Fränkischen auch als „Gerupfter“ bekannt ist. Durch seine schnelle und über Altbayern hinausgehende Verbreitung erklärt sich auch der Umstand, dass es viele verschiedene Rezepte für Obatzden gibt. Für viele gehört der bereits erwähnte Brie genauso zum Obatzden wie Camembert. Einige halten Romadur oder Limburger für unabdingbar, anderen gilt dies als unverzeihlicher Frevel. Sahne oder Quark findet sich in vielen Rezepten, die Franken genießen ihren Gerupften lieber mit einem Schuss Wein anstelle von Bier. Immerhin bei den Gewürzen Paprika und Kümmel sind sich eigentlich alle einig, dass ohne diese eine Käsecreme nicht zum bayerischen Obatzden deklariert werden darf.